25 Years Of Heavy Metal
Na klar, Reaper wurde im Februar 1984 von Peter (Eff) Fickert (der maßgeblich an der Namensgebung
beteiligt war) und mir (Mäfju) gegründet.
Zu dieser Zeit spielten in der Band:
- Andreas Maus (Gitarre)
- Matthias Kraft (Bass)
- Peter Fickert (Drums)
- Robert Kölling (Gitarre)
- Thomas Bennecke (Gesang)
Robert Kölling verließ die Band aber schon im März/April und wurde durch Daniel Zimmermann ersetzt.
Innerhalb kürzester Zeit war ein Programm aus Hardrock/Metal-Coverversionen
und ein paar eigenen Songs zusammengeschustert.
Damit konnten wir im gleichen Jahr noch unseren ersten Gig (im Broken Hill in Immenhausen) spielen.
Daniel entpuppte sich von Anfang an als wahrer Glücksgriff für die Band.
Er begann sofort eigene Songs zu komponieren und uns wurde sehr schnell klar,
dass wir diese Richtung auch gezielt weiter verfolgen würden.
1985 entschlossen wir uns ein Tonstudio heimzusuchen und unser erstes eigenes Werk aufzunehmen.
Dieses erste Demo „REAPER“ (auf Kassette) erschien im gleichen Jahr.
Das Cover wurde von Hand koloriert, wir mussten ja für das nächste Projekt sparen!
Side B: Breakin' out my fear, You cannot stop me, I love you
1986 erschien die Mini-LP „Fairies Return“ (natürlich als Vinyl),
die, mit ein wenig Glück, nur noch über eBay oder Plattenbörse zu bekommen ist.
( Download Fairies Return unter: http://vibrationsofdoom.com/test/test2/Reaper.html )
Fairies Return gehört heute zu den Eigenproduktions-Metal-Raritäten der NWOBHM.
Erwähnenswert ist, dass wir die gesamten Plattencover während einer Grillfete selbst geknickt, gefaltet und geklebt haben (wir mussten ja wieder fürs nächste Projekt sparen).
Mitte 1986 ein Schock für die Band, Eff musste uns schweren Herzens aus beruflichen Gründen verlassen.
Der Drummer Norman Schäfer übernahm Ende 1986 Effs Job am Schlagwerk.
(wir ersparten uns das Kolorieren der Cover per Hand – war ja doch sehr mühselig).
Side B: Invader, In the middle of the night, Child of mistery
„Metalorwhat“ brachte uns im Sommer 1988 den ersehnten Produktionsvertag.
Alle waren mächtig aufgeregt und freuten sich riesig auf die Vorbereitung
zu unserem Debutalbum.
Norman musste wohl so aufgeregt gewesen sein, dass er, aus bis heute unerfindlichen Gründen,
die Band 1989, kurz vor Beginn der Aufnahmen, urplötzlich verließ.
Jetzt war guter Rat teuer.
Wir - mit unterzeichnetem Produktionsvertrag - in der Pflicht ein Album einzuspielen - ohne Drummer.
Da kam uns der Zufall in Form von Michael (Miwe) Wengerter zu Hilfe.
Miwe, ein toller Drummer ohne Double-Bass-Erfahrung, der uns auf einem unserer Gigs gesehen hatte,
stieg sofort ein.
Miwe war super engagiert und beherrschte innerhalb von drei Monaten das Double-Bass-Spiel
inklusive aller Titel für das bevorstehende Album (Hut ab!).
Kaum hatten wir mit Miwe 1989 die Vorbereitungen beendet, saßen wir und unsere Backline schon in zwei VW-Bussen und fuhren nach Enzheim (ein kleines Nest in der Nähe von Frankfurt/Main),
wo sich „unser“ Studio befand.
Kaum angekommen ging es auch schon los (Studiozeit kostet ja viel Geld) und das wollte unser Produzent
H. F. I. N. (Name ist der Redaktion bekannt) natürlich einsparen.
Andreas gefiel damals eines seiner Soli nicht, aber Herr N. sagte nur: „ spiel das jetzt so“!
In 3 (in Worten: drei) Tagen (ja, Ihr habt richtig gelesen) mussten wir das komplette Album einspielen.
Übernachtet haben wir in unseren VW-Bussen, da wir das Geld für die Übernachtungen natürlich nicht hatten
(wir waren ja noch keine Rockstars).
Songs eingespielt, nach Hause fahren und warten bis Herr N. sich meldet war nun angesagt.
Endlich kam die Erlösung - BELLAPHON hatte zugesagt unser Album zu veröffentlichen!
1990 war es dann so weit, unser erstes Album „Beyond All Time“ erschien als LP und als CD
(ja, REAPER waren eine der ersten Bands, die ihr musikalisches Werk als CD in den Händen halten durften).
Um ein Jahr älter, viele Auftrittserfahrungen reicher, als Band gereifter und mit neuem Material bewaffnet
nahmen wir 1991 unser zweites Album in Angriff.
Diesmal hatten wir eine Woche (na ja, 5 1/2 Tage) Zeit zum Einspielen
und konnten uns leisten, im Hotel zu übernachten.
Das Label MAUSOLEUM nahm sich unser an und veröffentlichte 1992 das Album „The Years Within“.
Gut, ein paar Auftritte mehr kamen schon über das Label rein, aber das hielt sich in Grenzen.
Wir persönlich dachten ja, dass über unseren Produzenten etwas mehr passieren würde
(was ja auch seine verdammte Pflicht gewesen wäre), aber auch hier lagen wir falsch.
Erste CD in atemberaubender Geschwindigkeit aufnehmen - ein paar tausend davon verkaufen.
Die nächste CD hinterherschieben und wieder ein paar tausend verkaufen,
für unseren Produzenten hätte das endlos so weitergehen können.
Doch darauf, ein paar Deutschmark (ja, die gab es damals noch) zu investieren,
um das Ganze groß aufzuziehen, hat er sich nie eingelassen.
Na ja, wenigstens hatten wir das große Glück, dass die erste CD europaweit
und die zweite CD weltweit vertickt wurde.
So ab und an mal verirrt sich dann auch heute noch die eine oder andere email
aus Japan, Brasilien usw. auf unseren Server.
1994 kam dann der, wie ich meine, gravierendste Einschnitt unserer Bandgeschichte.
Benny stellte uns vor die Tatsache, dass er die Band verlässt (ich glaube, er bereut es heute doch ein wenig),
weil sie für ihn „wie eine Frau wäre, die er nicht mehr lieben würde“.
So, jetzt war es mal wieder an der Zeit, nach einem Ersatz zu suchen.
Nach vielen enttäuschenden und auch sehr erschreckenden Versuchen, einen neuen Shouter zu finden,
kamen wir zu dem Entschluss (Dan Heaven sei dank), dass es eigentlich nur einen geben kann,
der die Songs von Daniel richtig rüberbringt -
nämlich Daniel selbst (ein Schritt, den wir bis heute nicht bereut haben)!
1996 mussten wir uns im Guten von Miwe trennen, da er in seinem Beruf derart eingespannt war,
dass eine weitere erfolgreiche Zusammenarbeit nicht mehr möglich war.
Andreas kam mit den vielen Veränderungen wohl nicht so gut zurecht, was dann im selben Jahr,
einhergehend mit privaten Problemen, seinen Ausstieg zur Folge hatte.
In dieser Situation, in der Daniel und ich uns jetzt befanden,
hätten wahrscheinlich 99,9 % aller Musiker die Segel gestrichen und die Band eingestampft.
Aber Daniel und ich sind von der ganz zähen und insbesondere treuen Art.
Wir (und der treue Dr. Rythm) verbrachten sage und schreibe 3 Jahre lang Woche für Woche im Proberaum
und produzierten Songs, die mindestens 3 CD‘s hätten füllen können.
1999 - wir hatten gerade mit dem Drummer Paul Dad und dem Gitarristen Michael Kauba
wieder angefangen ein beständiges Line Up zu bilden,
da fragte unsere neue Proberaum-Nachbarband bei uns an,
ob wir denn nicht einen Gig zusammen machen wollten.
"Wir wären doch noch so bekannt, dass wir den Headliner mimen könnten".
Gesagt getan!
Songs hatten wir genug und der Gedanke, endlich wieder live spielen zu können, trieb uns mächtig an.
Der Gig, im Musikförderverein in Kassel, war erfolgreich und gab uns das lang Vermisste
endlich wieder - Musik machen für Menschen, die eins mit uns teilen,
die Liebe zum Heavy Metal!
Da unser Produzent, mit Daniel als Sänger, keine weitere CD mit uns aufnehmen wollte,
entschlossen wir uns, wieder auf Eigenproduktion umzustellen.
Im jahr 2000 erschien „Cardinal Sins“.
Kurze Zeit später zwangen uns bandinterne Differenzen zur Trennung von Paul Dad.
Für ihn fand sich der Drummer Jan Breede, der sich als „der“ Glücksgriff erwies.
Diese Besetzung mit :
Daniel Zimmermann (git./voc.)
Matthias Kraft (bs./voc.)
Michael Kauba (git.)
Jan Breede (dr./voc.)
wurde das beständigste Reaper-Line Up seit 1994 und spielte zwei weitere Eigenproduktionen -
„Elements“ (2002) - und - „Victory V“ (2004) ein.
Michael Kauba verließ die Band aus beruflichen Gründen in 2006.
Dies traf uns recht hart, da Michael ein fantastisches Bandmitglied war
und sehr viel für die Band getan hat.
Seit 2006 spielt der Gitarrist Thomas Buchenau in der Band und erwies sich schon
nach sehr kurzer Einspielzeit als vollwertiges Mitglied mit erstaunlichem Können.
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So, jetzt haben wir schon 2009
und Reaper haben 25 Jahre Heavy Metal auf dem Buckel.
Egal was kam, wir haben alle Situationen gemeistert.
Wir haben in diesen Jahren viele interessante Menschen und uns selbst kennengelernt.
Wir sind miteinander gewachsen und sind heute so etwas wie eine kleine Metalfamilie.
Reaper danken allen, die der Band auf diesem langen, nicht immer leichten Weg, zur Seite standen.
Ich denke da insbesondere an so treue Seelen wie:
Stefan Pilz - Mario - Stummi - Simon Boland -
Freundinnen, Ehefrauen, Lebensabschnittsgefährtinnen (natürlich auch die Verflossenen dieser 3 Kategorien)
und natürlich unsere Fans, ohne die sich ein ständiges Weitermachen erst gar nicht gelohnt hätte!
Die, die hier nicht genannt wurden bitten wir, uns nicht böse zu sein.
Wir haben Euch nicht vergessen, nur Eure Namen - sorry !
P.S.: Ich möchte kein einziges dieser Jahre missen und hoffe,
dass wir noch eine lange und kreative Zeit des Schaffens vor uns haben,
"auch wenn wir bis jetzt immer noch keine Rockstars sind"
„In Metal We Trust“
( Alle Reaper Formationen aus 25 Jahren klick hier: 25 Jahre Reaper )
( Zur Bandhistory siehe auch: http://www.milius-web.de/rea/reahis.php )
